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E. M. Cioran
Notizen 1957–1972

Herausgegeben von Simone Boué
Aus dem Französischen von Peter Weiß, Verene von der Heyden-Rynsch und Konrad Weiß
1024 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag
Mit Abbildungen und einem umfangreichen Personenregister
ISBN 978 3 85418 143 9
EUR 44,90/CHF 63,–

Über dreißig Notizhefte fanden sich im Nachlaß von E. M. Cioran (1911–1995), des bedeutenden rumänisch-französischen Aphoristikers, Essayisten und Philosophen, wohlgeordnet, aber mit dem Vermerk „Zu vernichten“ versehen. Simone Boué, die Gefährtin des Autors, gab sie bei Gallimard in Paris heraus, 2001 erschien eine deutsche Auswahl, die allerdings nur ein Fünftel der Textmasse umfaßte. Wir legen hier die seit langem gewünschte vollständige Ausgabe vor.

Diese „Hefte“ haben ihm geholfen, mit dem Universum und besonders mit sich selbst abzurechnen. Tag um Tag zählt er darin sein Scheitern und Leid, seine Ängste, Schrecken, Wutanfälle und Demütigungen auf … Anekdoten, Berichte von Begegnungen, Porträts …“ (Simone Boué)

„Mit Zwanzig hatte ich nur die Auslöschung der Alten im Kopf; noch immer halte ich sie für dringlich, ergänze sie aber jetzt durch jene der Jungen. Mit dem Alter hat man eine umfassendere Sicht der Dinge.“
„Indem das Geborenwerden eine Kathastrophe ist, sind wir alle Überlebende der Geburt.“
„Mein Ort, mein Vaterland ist, wie für die Mystiker, dieses Nichts, das Gott vorangeht.“
„… meine zwei Obsessionen, die in Wahrheit nur eine sind: die Erbsünde und das Ende der Geschichte, das Auftreten und das Aufhören des Menschen.“ „Ich komme mir vor wie ein Mönch, der Steuern zahlt.“
„Was ich der Eisernen Garde schulde … Es ist gut, für eine Jugendtollheit teuer zahlen zu müssen; in der Folge erspart man sich mehr als eine Enttäuschung.“
„Die einzigen guten Typen in Deutschland waren die Juden. Nachdem sie verschwunden sind, ist nur eine Art monströsen Belgiens übriggeblieben.“
Cioran